Glossar
Empowerment

(Selbstbefähigung) Empowerment ist ein Begriff der für Arbeitsansätze in der psychosozialen Praxis steht, in der KlientInnen dezidiert zur Entdeckung eigener Stärken ermutigt und ihnen Hilfestellungen bei der Aneignung von Selbstbestimmung und Lebensautonomie vermittelt werden.

EX-In

(Experienced-Involvement/ Erfahren-Beteiligung) Ausbildungsprogramm für direkt Psychiatrie-Erfahrene, die sich innerhalb eines Jahres zur Genesungsbegleiterin oder Dozentin/ zum Genesungsbegleiter oder Dozenten ausbilden lassen können. Die Ausbildung baut inhaltlich auf den spezifischen Erfahrungen der TeilnehmerInnen auf.

Hometreatment

(häusliche Behandlung und Begleitung) Modell beziehungsweise Betreuungsprojekt zur außerstationären, intensiven und flexiblen Begleitung von Menschen in schweren psychischen Krisen oder akuten Phasen psychotischen Erlebens. Der Schwerpunkt liegt auf einer Betreuung in der eignen Wohnung durch ein multiprofessionelles Team Rund um die Uhr. Das Begleitungskonzept basiert auf dem sogenannten Trialog.

Integrierte Versorgung (IV)

Unter dem Begriff „Integrierte Versorgung“ wird ein innovatives Modell der Gesundheitsversorgung verstanden, das die ambulante, die stationäre und die rehabilitative Versorgung von KlientInnen sektorenübergreifend vernetzt. Verschiedene Leistungsbereiche des Gesundheitswesens sollen auf diesem Wege zukünftig besser kooperieren. Diese Vernetzung kommt in erster Linie den Versicherten zugute. Ein besserer Informations­austausch zwischen allen Beteiligten verbessert die Qualität und Effizienz der medizinischen Versorgung.

Krisenpension

Modell beziehungsweise Betreuungsprojekt zur außerstationären, intensiven und flexiblen Begleitung von Menschen in schweren psychischen Krisen oder akuten Phasen psychotischen Erlebens. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf einer Betreuung in einer eigens für das durchleben einer Krise eingerichteten Wohnung. Sie erfolgt durch ein multiprofessionelles Team Rund um die Uhr und wird im Trialog durchgeführt.

Recovery

(Gesundung) Eine Recovery-orientierte psychiatrische Behandlung orientiert sich an vier Schlüsselwerten: Personenorientierung, Einbezug der Betroffenen, Selbstbestimmung und Wahlfreiheit sowie die Anerkennung eines Wachstumspotentials. Sie ist getragen von einer therapeutischen Haltung, die das autonom selbstbestimmte Wohl der Patienten ernst nimmt. Recovery versteht sich als ein individuell persönlicher, tiefgreifender, lebenslanger Prozess. Eine „Gesundung“ ist Änderungen unterworfen, nicht linear und auch bei schwersten Erkrankungen möglich.

Resilienz

Resilienz ist ein Begriff aus dem Fachgebiet der Psychologie. Er bezeichnet allgemein die Fähigkeit zu Belastbarkeit und innerer Stärke. In der Entwicklungspsychologie wird der Begriff Resilienz verwendet, wenn die Widerstandsfähigkeit von Kindern gemeint ist, die sich trotz belastender Umstände und Bedingungen normal entwickeln. Vor allem in der therapeutischen Arbeit seit den 70er Jahren wird verstärkt Wert darauf gelegt, dass KlientInnen eine innere Stärke ausbilden, um damit psychischen Störungen vorzubeugen. Resilienz in diesem Sinne ist die menschliche Fähigkeit, auf extreme Lebenssituationen oder wechselnde Anforderungen flexibel und angemessen zu reagieren, ohne mit psychischen Folgeschäden konfrontiert zu werden.

Salutogenese

(Gesundwerdung) Die Salutogenese ist ein auf den Medizinsoziologen Aaron Antonovsky (1923-1994) zurückgehendes Reselienz-Modell, das die kognitiven Bewältigungsstrategien zur Abwendung von Gesundheitsrisiken betont. Nach dem Salutogenese-Modell ist Gesundheit nicht als Zustand, sondern als Prozess zu verstehen.

Trialog

Nach der Wortbedeutung meint Trialog das Gespräch zwischen drei Beteiligten. Im Bedeutungsfeld der Psychiatrie ist damit ein modernes Therapie- und Begleitungskonzept gemeint, in dem Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige und in der Psychiatrie Tätige gemeinsam projektbezogen arbeiten, so zum Beispiel beim Hometreatment und der Krisenpension. Aber das Konzept spielt auch in der Ex-In Ausbildung eine große Rolle.